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Alle zwei Jahre, in diesem Jahr schon zum siebenten Mal, kommen die ungarischen Gäste des Valcer Tancstudios aus Debrecen nach Nennhausen. Auch die Rathenower verbinden seit dem Auftritt im Optikpark während der Landesgartenschau 2006 nicht nur feurige Würstchen mit der zweitgrößten ungarischen Stadt, sondern auch perfekte Tanzkunst feuriger Tänzerinnen.
Der zweistündige Auftritt der Debreciner Tanzschule ist immer ein fantastischer Höhepunkt des Dorffestes Nennhausen und spricht mehrere Sinne an. Die Musik lädt zum Mittanzen ein. Und nicht nur die vielen verschiedenen aufwändigen Kostüme, sondern auch die Zwölf- bis 25-jährigen Tänzerinnen – und natürlich auch die Tänzer – waren eine Augenweide. Das schier unerschöpfliche Repertoire des 53-köpfigen Ensembles umfasste Standardtänze wie Walzer, feurige lateinamerikanische Tänze, klassischen und irischen Stepptanz sowie ungarische Volkstänze.
Mária Kondásné Erdei, Leiterin des Valcer Tancstudios, kann stolz auf ihre Schützlinge sein. Zusammen mit dem künstlerischen Leiter Csaba Biró gründete sie 1990 die Tanzschule. Von den insgesamt 600 Schülerinnen und Schülern der Tanzschule beteiligten viele schon erfolgreich an mehreren nationalen und internationalen Tanzwettbwerben. Die Formationstänzerinnen haben schon drei Mal an Weltmeisterschaften und an Europameisterschaften teilgenommen; siegten schon zwei Mal bei den Landesmeisterschaften. Stepptänzer und ungarischer Meister, Róbert Badacsonýi, war bereits Dritter der Weltmeisterschaften im Solostepptanz. Ein Walzer-Solotanzpaar ist ungarischer Meister im Standardtanz.
„Die Partnerschaft und der Austausch motiviert die Tänzer“, so Mária Kondásné Erdei. „Weil jedes Jahr ein neues Programm einstudiert wird.“ Auch den ganz jungen Tänzern macht ihr Sport und Hobby Spaß und sie finden Volkstanz und Walzer gar nicht „uncool“. „Wir sind stolz“, antworteten die 14-jährige Patricia Szabó und ihr Zwölfjähriger Tanzpartner Noel Szabó. Beide – nicht miteinander verwandt – tanzen bereits seit fünf Jahre zusammen.
Den Grundstein für die 42-jährige deutsch-ungarische Freundschaft legten die Nennhausener Christine Hewelt und die Lehramtsstudentin Magda Demjén aus Debrecen. 1969 fuhr die damalige Studentin für die Grundschul-Fächer Deutsch, Mathe und Musik mit dem Chor des Potsdamer Instituts für Lehrerbildung nach Debrecen zum Kulturaustausch. Einen Monat später begrüßten die Potsdamer Studentinnen den Debreciner Lehrerstudentinnen-Chor in der damaligen Bezirksstadt. Schnell schlossen beide Freundschaft. Weitere persönliche Kontakte entstanden. „Im Jahre 1996 sah ich erstmals einen Auftritt des Valcer Tancstudios“, so Magda. Die war allerdings nicht in ihrer Heimatstadt, sondern am Balaton. Da war die Idee geboren: „Das Tancstudio müsste doch auch mal in Deutschland, warum nicht in Nennhausen, auftreten.“
Das dreitägige Dorffest eröffnete am Nachmittag der Nennhauser Nachwuchs aus der Kita „Haus Sonnenschein“ mit einem bunten Programm, dem „Raketentanz“, dem „Fliegerlied“ und einer perfekten Miniplaybackshow der Vier- und Fünfjährigen.
Auf dem Festgelände, dem Schießplatz des Schützenvereins, boten die Traditions- und Sportschützen Sektschießen an. Wer mit drei Schuss mindestens 21 Punkte erreichte, wurde mit einer Flasche Sekt belohnt. Am späten Nachmittag gab es deutsche und englische Pop- und Rockmusik. Auf dem Nennhausener Dorffest konnten sich Sänger Sandro Huxdorf, gebürtiger Nennhausener, sowie Keyboarder Tony als „Undercover“ ankündigen. Die Band probt seit 2010 im Keller des Bassers Helge Wetzel. Das Trio wird auch am 11. September zum Rathenower Stadtfest auftreten. Kurze Regenschauer waren eher abträglich für die Tänzer und ihre Kostüme, hielten die Nennhausener aber nicht vom Feiern ab. (Von Uwe Hoffmann)
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